Dezember 2025: Spaß mit Hund am Heiligabend
09.12.2025
Wahrscheinlich geht es Ihnen in dieser Jahreszeit nicht anders als uns allen: Ab Anfang Dezember haben wir wenig Zeit, mit den Hunden etwas zu unternehmen. Es gibt viel zu tun, denn wir bereiten das Weihnachtsfest vor. Derweil hat ihr Hund Langeweile und man merkt ihm an, dass er nicht ausgelastet ist. Das muss nicht sein. Wie wäre es denn, wenn Sie ihm in den nächsten Wochen zwischendurch ein paar nützliche Dinge beibringen, die Sie Weihnachten gut gebrauchen können?
„Frohe Weihnachten. Schön, dass ihr da seid!“: Tja, das wäre was. Die Türglocke schellt und Ihr Hund begrüßt Ihren Weihnachtsbesuch nicht mit Anspringen. Stattdessen setzt er sich brav und gibt die Pfote, wenn Ihre Gäste ihn mit „Frohe Weihnachten“ begrüßen. Der Weg dorthin ist gar nicht schwierig. Zeigen Sie Ihrem Hund ein ganz besonderes Leckerchen und schließen Sie es in eine Faust ein. Setzen Sie den Hund ins „Sitz“. Er wird nun einiges versuchen, es zu bekommen. Irgendwann wird er mit seiner Pfote Ihre Hand berühren, dann öffnen Sie die Faust sofort und sagen gleichzeitig „Frohe Weihnachten“. Wichtig ist, dass dies alles gleichzeitig geschieht. Wiederholen Sie es einige Male, dann machen Sie eine Pause. Nach einigen Trainingseinheiten halten Sie Ihrem Hund Ihre flache Hand hin, sagen „Frohe Weihnachten“ (das Wort und die Geste sind inzwischen zu einem Kommando geworden) und belohnen ihn wiederum sofort aus der anderen Hand, sobald er mit seiner Pfote Ihre flache Hand berührt. Nach den Weihnachtsfeiertagen nehmen Sie die gleiche Geste und sagen „Guten Tag“. Das funktioniert dann auch. Hunde sind flexibel.
Nach der Begrüßung hat es sich Ihr Besuch bequem gemacht. Man sitzt gemütlich und unterhält sich. „Ein paar weihnachtliche Leckereien gefällig?“, fragen Sie in lockerer Feiertagsstimmung. Ihr Besuch nimmt begeistert an und Ihr Hund reicht ein kleines Körbchen mit Weihnachtspralinen herum.
Körbchen tragen: Hierzu benötigen Sie ein kleines Körbchen mit einem übergreifenden Bügelgriff. Machen Sie das Körbchen für den Hund interessant, indem Sie ihn ein wenig mit dem Griff foppen und ihn animieren, diesen zwischen die Zähne zu nehmen. Er darf jedoch nicht damit spielen. Sobald Ihr Hund den Griff nimmt, loben Sie ihn überschwänglich und belohnen ihn mit einem Leckerchen. Falls er ihn nicht nehmen will, werfen Sie den Korb mehrfach vom Hund weg und lassen Sie ihn zu sich zurückbringen. Durch das Hinterherrennen nimmt Ihr Hund den Korb besser auf, weil so sein Beutetrieb verstärkt wird. Hunde, die gerne etwas tragen oder schon apportieren können, sind hier natürlich im Vorteil. Aber jeder Hund kann lernen, etwas zu tragen und Dinge zu seinem Menschen zurückzubringen. Laufen Sie jedoch nie Ihrem Hund hinterher und tauschen Sie den Korb immer gegen ein Leckerchen. Belohnen Sie anfangs schon, wenn Ihr Hund den Korb nur kurz hoch nimmt oder wenn er ihn wenige Schritte in Ihre Richtung bringt. Gehen Sie auf keinen Fall auf irgendwelche Wegrennspielchen ein. Bleiben Sie an Ihrem Platz und warten Sie, bis er zurückkommt. Tut er dies nicht, brechen Sie ab und nehmen den Korb an sich. Versuchen Sie es später noch einmal. Das beste Leckerchen ist dann gerade gut genug. Wenn Ihr Hund das Körbchen schließlich zuverlässig trägt, können Sie es mit Pralinen füllen, die er den Gästen anbietet.
So, und dann kommt das Weihnachtsgeschenk. Welch armer Hund, der sein Geschenk nicht selbst auspacken kann! Natürlich sollten Sie das vorher üben.
Geschenk auspacken: Die meisten Hunde sind anfangs ein wenig ratlos. Aber es wird auch Ihrem Hund bald viel Spaß machen, der Reihe nach Geschenkpapier, großen Karton, kleinen Karton, Zeitungspapierfüllung und sonstiges aufzureißen, ehe er schließlich sein Geschenk findet. Nehmen Sie anfangs einen Kauknochen oder etwas Leckeres, zeigen Sie es Ihrem Hund und packen Sie es in seinem Beisein ein. Dann ermutigen Sie ihn es wieder auszupacken. Es macht Spaß zu überlegen, wie er wohl so lange wie möglich mit dem Auspacken beschäftigt werden kann. Leere Küchenrollen bieten sich an, in die man z. B. eine Wurst hineinlegt und die Enden zuklebt. Diese könnte man in eine Plätzchendose aus Pappe, Kunststoff oder Aluminium legen, diese wiederum in einen Karton, den Karton in einen größeren Karton, diesen mit Zeitungspapier füllen, zukleben oder mit Geschenkband versehen – egal, Hauptsache kompliziert. Zum Üben geben Sie Ihrem Hund das Geschenk sofort nach dem Einpacken. Am Heiligabend bekommt er es natürlich als Überraschung.
Wenn er es ausgepackt hat – tja, dann sieht das Wohnzimmer aus wie ein Schlachtfeld. Und wer räumt auf? Natürlich Ihr Hund! Wer sonst? Beginnen Sie am besten sofort mit dem Training, dann könnten Sie diese Fähigkeit schon vor Weihnachten nutzen.
Aufräumen: Stellen Sie eine große Kiste in die Mitte des Zimmers, geben Sie Ihrem Hund etwas in den Fang (Sie merken, es lohnt sich ihm das Tragen von Gegenständen beizubringen) und gehen Sie mit ihm zur Kiste. Locken Sie seinen Kopf über die Kiste und sagen Sie ihm „Aus“ (oder ein anderes Wort, das er als Zeichen fürs Loslassen kennt). Kennt er „Aus“ noch nicht, halten Sie ihm in dieser Sekunde ein Leckerchen direkt vor die Nase und sagen gleichzeitig „Aus“. Er wird den Gegenstand fallenlassen, weil er das Leckerchen nimmt. Der Gegenstand fällt in die Kiste und Sie loben ihn überschwänglich. Danach lassen Sie Ihren Hund zusehen, wenn Sie mehrere Gegenstände (gerne seine Spielzeuge) auf dem Fußboden verteilen. Dann animieren Sie ihn, diese aufzunehmen und zur Kiste zu bringen. Gehen Sie ruhig jeden Weg mit ihm. Nach dem letzten Gegenstand gibt es immer einen „Jackpot“, also ein großes oder ganz besonderes Leckerchen. Das Kommando „Aufräumen“ fügen Sie nach einigen Trainingseinheiten hinzu, wenn der Hund weiß, was Sie von ihm wünschen.
So, und wenn diese Aufräumaktion am Heiligabend beendet ist, können Sie es sich wieder gemütlich machen und Ihren phantastischen Hund kraulen. Bestimmt geben Sie ihm auch ein Stückchen von Ihrem Baumkuchen ab, denn wer so viele schlaue Sachen kann, der hat auch eine besondere Belohnung verdient.
Übrigens können Sie all dies auch prima mit dem Clicker aufbauen. Wer keinen hat und nicht weiß, wie's geht: einfach einen zu Nikolaus kaufen, ein Clickerbuch dazu ... und starten :-)
Frohe Weihnachten wünscht Ihnen
Ihre
Martina Nau