Willkommen beim Weblog DogWalker
im Oktober 2010


Liebe Hundefreunde,


mit unseren Hunden gemeinsam unterwegs zu sein – das ist es, was uns schon immer am meisten Spaß gemacht hat. Rund um dieses Thema soll sich alles auf diesen Seiten drehen.

Wir – das sind die DogWalker … die mit dem Hund gehen. Dabei kommt man ganz schön herum, erlebt viel und sieht eine Menge. Davon möchten wir anderen DogWalkern ab sofort regelmäßig berichten. Spannende Geschichten, interessante Begegnungen und hilfreiche Tipps – sie sollen diesen Weblog ausmachen.


Unser Thema im Oktober 2010

Gutes Training … braver Hund! – Teil 2

Baak DogWalker
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Im zweiten Teil unseres kleinen Ausflugs in das Lernverhalten unserer Hunde schauen wir uns an, was hinter den Schlagwörtern steht, auf die wir immer wieder treffen, wenn es um Hundeerziehung geht.

Belohnung: Die bestmögliche Belohnung ist die, die der Hund in der aktuellen Sekunde am liebsten hätte. Das kann ein Leckerchen sein, aber genauso gut ein Spiel mit Ihnen, das Öffnen der Gartentür oder das Ableinen. Nutzen Sie die Wünsche Ihres Hundes, und zwar nicht nur in einer Trainingssituation, sondern auch im Alltag. Lassen Sie ihn zum Beispiel zu einem Hundefreund laufen, den Sie beide im Wald treffen, nachdem Ihr Hund Sie angeschaut oder sich irgendwie anders gut benommen hat.

Timing: Hunde verknüpfen nur Dinge miteinander, die nahezu gleichzeitig geschehen. Das hat zwei Konsequenzen. Erstens haben Sie nur ungefähr eine (1!) Sekunde Zeit, Ihren Hund für eine bestimmte Handlung zu belohnen oder zu bestrafen, und zwar nicht eine Sekunde, nachdem Sie die besagte Handlung entdeckt haben, sondern nachdem Ihr Hund sie ausgeführt hat. Zweitens lernt ein Hund ständig innerhalb dieser sehr kurzen Verknüpfungszeit, auch wenn Sie es vielleicht gar nicht möchten. Sagen Sie zum Beispiel „Hopp“, während Sie die Autotür öffnen, lernt Ihr Hund nach einigen Wiederholungen: Tür öffnet sich – Hund springt sofort heraus. Möchten Sie also umgekehrt, dass er viele Sachen nicht miteinander verknüpft, die Ihnen nicht gefallen, sollten Sie die Zeitspanne zwischen den beiden Geschehnissen, die nicht miteinander verknüpft werden sollen, auf einige Sekunden ausdehnen. Also: Sie öffnen die Autotür, zählen bis vier und sagen dann „Hopp“. Achtung: Wenn Sie jedes Mal bis vier zählen, macht dies Ihr Hund auch – und springt dann heraus. Also variieren Sie in vielen Situationen die Zeitspanne.

Trainingsaufbau: Trainieren Sie systematisch und in kleinen Schritten. Arbeiten Sie anfangs ohne aufregende Außenreize, im weiteren Trainingsverlauf dann mit steigenden Reizen. Dies könnten Bälle sein, die man erst auf den Boden legt und später wirft, oder Hunde, die erst weiter entfernt sind und dann nahe an Sie herankommen. Beginnen Sie am besten mit jedem neuen Lerninhalt erst im Haus, dann gehen Sie in den Garten, dann an ruhige, aber fremde Orte, schließlich in die Stadt oder dorthin, wo viele Hunde laufen.

Körpersprache: Seien Sie eindeutig in Ihrer Sprache, und zwar sowohl mit Ihren Worten als auch mit Ihrer Körpersprache. Loben Sie zum Beispiel Ihren Hund nicht, indem Sie tief knurrend sprechen und sich über ihn beugen. Mit dieser Stimmlage und mit dieser Gestik bestrafen Sie ihn, erreichen also das Gegenteil. Beobachten Sie aber auch die (Körper)Sprache Ihres Hundes. Hat er Stress, freut er sich, ist er kurz davor aufzustehen, obwohl Sie ihn abgelegt haben? Dies und vieles andere sollten Sie erkennen und eventuell reagieren. Nutzen Sie auf jeden Fall Sichtzeichen, denn Hunde lernen schneller durch unsere Gesten als durch unsere Sprache.

Sekundärer Bestärker: Nutzen Sie einen sogenannten „sekundären Bestärker“. Dies könnte der Clicker sein, aber auch ein Bestärkerwort wie „Fein“. Nutzen Sie diesen Bestärker systematisch und werfen Sie das gewählte Wort nie einfach so in den Raum. Der Bestärker muss konditioniert werden, indem Sie zum Beispiel in mehreren Trainingseinheiten „Fein“ sagen (oder mit dem Clicker clicken) und gleichzeitig ein Leckerchen (am besten ein ganz besonders gutes) geben. Hat der Hund beides verknüpft, können Sie ihn in Zukunft auch in der Ferne belohnen. Sagen Sie zum Beispiel „Sitz“, wenn er etliche Meter von Ihnen entfernt ist und er setzt sich, dann können Sie augenblicklich mit „Fein“ oder einem Click die Belohnung ankündigen, die er schließlich einige Sekunden später hierfür bekommt. Würde er den Bestärker nicht kennen, käme die Belohnung zu spät. So aber haben Sie mit einem guten Timing belohnt.

Auflösewort: Sagen Sie Ihrem Hund nicht nur, wann er was machen muss, sondern auch, wann er damit aufhören darf und somit Freizeit hat. Nutzen Sie hierzu ein Auflösewort wie „Lauf“, „Okay“ oder „Frei“. Es sollte immer das gleiche Wort sein. Trainieren Sie von Anfang an so, dass Ihr Hund alles, was Sie ihm sagen, machen muss, bis Sie das Auflösewort sagen.

Situationsbezogenes Lernen: Hunde generalisieren viel schlechter als wir Menschen. Zum Beispiel verbindet ein Hund, der gerade „Platz“ gelernt hat, diese Vokabel erst einmal nur mit der Situation, in der er „Platz“ gelernt hat. Um den Befehl ausführen zu können, benötigt er anfangs alles so, wie es in der Lernsituation war: den gleichen Untergrund, die gleiche Geste, den gleichen Ort. Erst wenn Sie „Platz“ an vielen verschiedenen Orten trainieren und die Situationen immer variieren, wird er es auch überall ausführen können

Zum Schluss noch ein Gedanke, den man nicht oft genug denken kann: Seien Sie Ihrem Hund gegenüber immer ehrlich und fair. Sagen Sie, was Sie meinen und meinen Sie, was Sie sagen! Er ist immer so brav und nett wie Ihr Training gut ist.

Viele Grüße und viel Spaß beim gemeinsamen Training

wünscht Ihnen

Ihre Martina Nau

 

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