Willkommen beim Weblog DogWalker
im Juni 2010


Liebe Hundefreunde,


mit unseren Hunden gemeinsam unterwegs zu sein – das ist es, was uns schon immer am meisten Spaß gemacht hat. Rund um dieses Thema soll sich alles auf diesen Seiten drehen.

Wir – das sind die DogWalker … die mit dem Hund gehen. Dabei kommt man ganz schön herum, erlebt viel und sieht eine Menge. Davon möchten wir anderen DogWalkern ab sofort regelmäßig berichten. Spannende Geschichten, interessante Begegnungen und hilfreiche Tipps – sie sollen diesen Weblog ausmachen.


Unser Thema im Juni 2010

Helfer auf vier Beinen

Baak DogWalker
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Leider bescherten in der letzten Zeit einige schlimme Vorfälle uns Hundehaltern und unseren Hunden aus der Sicht mancher Menschen ein nicht gerade positives Bild. Dabei wird oft übersehen, wie sehr gerade Hunde vielen Menschen helfen. Ob als Blindenhunde, Therapiehunde, Jagdhunde, Schimmelpilzsuchhunde, Minenspürhunde oder Rettungshunde - in vielen Bereichen können wir auf unsere Vierbeiner nicht verzichten. Einen der schwierigsten und nicht gerade ungefährlichsten Berufe haben Rettungshunde. Wir sprachen mit Peter Kraschinski über die Rettungshundarbeit.


Peter, kannst du uns kurz erzählen, wie du zur Rettungshundearbeit kamst und seit wann du in diesem Bereich arbeitest?

Zur Rettungshundearbeit bin ich über die Auswahl des Hundes gekommen. Zunächst wollten wir einen kleinen Haushund haben, bis einer meiner Söhne meinte, dass wir uns ja einen Border Collie zulegen könnten. Nachdem ich mich in einigen Büchern über den Border Collie informiert habe, war mir eigentlich klar, dass dieser Hund eine sinnvolle Aufgabe braucht. So habe ich mich für die Rettungshundearbeit entschieden und dann - als der Hund 15 Monate alt war -  im Sommer 2007 mit der Arbeit begonnen.


Du hast eine Border Collie Hündin und eine Border Collie-Australian Shepherd Hündin. Wie alt sind sie? Und warum ausgerechnet diese beiden?

Agility Joy „Bless My Soul“ ist jetzt 4 ½ Jahre alt. Unsere „Püppi“ Lana wird demnächst 3 Jahre und ist seit Januar 2010 ebenfalls in der Ausbildung. Für mich war entscheidend, dass diese Hunde nicht nur im privaten und sportlichen Bereich eingesetzt werden können, sondern auch nach einer gezielten Ausbildung als Arbeitshunde, wie bei mir als Rettungshunde. Hinzu kommt, dass mir persönlich natürlich diese Rasse besonders gefällt.


Mit Bless hast du vor kurzer Zeit die Prüfung zum Trümmersuchhund bestanden. Es war ein langer Weg bis dorthin. Wie verläuft normaler Weise die Ausbildung eines Rettungshundes?

Die Ausbildung beginnt schon mit der Übernahme des Welpen. Hier sollte der Hund besonders viel kennen lernen und erleben, wie z.B. den Umgang mit anderen Hunden, Kindern, Joggern, fremden Personen oder auch behinderten Menschen. Von Vorteil ist der Besuch einer guten Hundeschule, wo man gemeinsam mit dem heranwachsenden Hund bis zum 15. Lebensmonat die grundlegenden Dinge der Grundgehorsamkeit erlernt. Wenn der Hund dann gesund ist, beginnt die zweijährige Ausbildung bis zur Prüfung. Dazu muss der Hund trümmergängig sein, muss verschiedene Untergründe kennen lernen, soll verschiedene Geräte wie z.B. die Wippe, Leiter usw. überwinden können und muss schließlich über einen guten Grundgehorsam verfügen. Das Wichtigste  ist aber, dass der Hund über einen guten Spieltrieb verfügt, denn nur darüber verläuft die erfolgreiche Ausbildung zur Suche nach verschütteten Personen.

Es gibt ja verschiedene Sparten in der Rettungshundearbeit. Welche sind dies?

Es gibt Flächen- und Trümmersuchhunde, Lawinensuchhunde, Wasserrettungs- und Wassersuchhunde sowie Mantrailer, die ebenfalls vermisste Personen suchen.


Was muss ein Hund mitbringen, um als Rettungshund ausgebildet werden zu können? Sollte er eher groß, mittel oder klein sein? Muss er besondere psychische und physische Voraussetzungen mitbringen?

Die Größe des Hundes ist erst einmal  sekundär, es kommt eher darauf an, wozu ich meinen Hund einsetzen möchte. Ein kleiner Hund hat mit Sicherheit weniger Probleme in der Flächensuche, wird sich aber im Trümmerbereich etwas schwerer tun. Vom Wesen her sollte der Hund recht ausgeglichen, aber stets lernfähig und sehr aufmerksam sein. Auch die körperliche und gesundheitliche Fitness des Hundes ist entscheidend. Hier habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, ab und zu  mit seinem Hund joggen zu gehen,  um auch selber körperlich fit zu bleiben.


Und du als Hundeführer? Bestimmt musst du auch viel theoretisches und praktisches Wissen besitzen? Was musstest du lernen?

Da ist zum Beispiel die Ausbildung in Erster Hilfe an Mensch und Hund, der Umgang mit Karte und Kompass, Sprechfunkverkehr, Einsatztaktik in der Trümmer- und Flächensuche, Trümmerkunde, die Handhabung verschiedener Ortungsgeräte usw.


Und wie sieht eine Prüfung für dich und den Hund aus?

Die Prüfung ist eine Teamprüfung, in der nicht nur der Hund durchfallen kann. Sie besteht aus einem schriftlichen Teil, der Grundgehorsamkeitsprüfung, der Gerätearbeit und der Suche nach bis zu 6 Versteckpersonen in maximal. 3 Verstecken auf einem Trümmergelände bis zu 2000 qm. Für die Suche hat das zukünftige Rettungshundeteam 20 Minuten Zeit.


Wie lange sucht ein Hund pro Tag z. B. in einem Erdbebengebiet nach verschütteten Opfern? Und was macht er, wenn er eines gefunden hat?

Generell kann man keine Zeitspanne festlegen, da es stark abhängig ist vom Klima, der Tageszeit, der Größe des Suchgebietes, der Bevölkerung vor Ort  und auch der Erfahrung des Hundes und des Hundeführers. Wenn ich als Hundeführer merke, dass die Konzentration meines Hundes stark nachlässt, nehme ich meinen Hund aus der Suche, gönne ihm eine Pause, um ihn erneut anzusetzen. Wenn er dann die Witterung aufgenommen und das Opfer gefunden hat, zeigt er mir das dann deutlich durch Verbellen an.


Danke, Peter, dass du dir die Zeit genommen hast, uns die Fragen zu beantworten. Wir wünschen euch noch viele spannende Übungen und möglichst wenig ernste Einsätze. Wenn es aber dann doch sein muss, ich denke, dann sind wir alle froh, dass es Menschen und Hunde wie euch gibt.

Vielleicht hat unser Interview bei dem einen oder anderen Leser das Interesse geweckt, auch mit seinem Hund eine sportliche, soziale, lebensrettende oder irgendwie hilfreiche Tätigkeit aufzunehmen. Es würde mich freuen, denn nichts macht mehr Spaß als gemeinsam etwas zu erarbeiten. So ganz nebenbei erziehen wir damit unseren Hund, lasten ihn aus, bewegen uns selbst und beeinflussen das Bild von Hunden und Hundehaltern in der Öffentlichkeit positiv.

 

Viel Spaß dabei wünscht Ihnen

Ihre Martina Nau

 

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