Willkommen beim Weblog DogWalker
im Januar 2010


Liebe Hundefreunde,


mit unseren Hunden gemeinsam unterwegs zu sein – das ist es, was uns schon immer am meisten Spaß gemacht hat. Rund um dieses Thema soll sich alles auf diesen Seiten drehen.

Wir – das sind die DogWalker … die mit dem Hund gehen. Dabei kommt man ganz schön herum, erlebt viel und sieht eine Menge. Davon möchten wir anderen DogWalkern ab sofort regelmäßig berichten. Spannende Geschichten, interessante Begegnungen und hilfreiche Tipps – sie sollen diesen Weblog ausmachen.


Unser Thema im Januar 2010

Durchgeknallt: Wenn die Hundenerven blank liegen

Baak DogWalker
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In der Hundewelt gibt es solche und solche: Manche Hunde kann nichts erschüttern. Ob Gewitter, die Müllabfuhr, kläffende Hunde oder eine aufregende Reise – es gibt nichts, das sie aus der Bahn wirft. Und dann gibt es die anderen: Es geschieht nur eine Kleinigkeit, ein Hund läuft in weiter Ferne, ein Blatt fällt vom Baum oder ein Stadtbesuch an einem langweiligen Sonntagnachmittag – und sie sind nicht mehr ansprechbar. Die kleinste Veränderung oder die leichteste Bewegung lassen diese Hunde nahezu unzurechnungsfähig erscheinen.

Ab und zu steckt eine Krankheit hinter extremer Erregbarkeit. Bei manchen Hunderassen ist man über ein züchterisches Ziel hinausgeschossen, weil man zum Beispiel schnell reagierende Jagd- oder Hütehunde braucht. In diesen Fällen hat jeder Hundebesitzer und jeder Hund das Glück, wenn er an einen Tierarzt oder Hundetrainer gerät, der dies erkennt und vernünftig behandelt. Nahrungszusätze und Nahrungsumstellung als Ergänzung zum Impulskontrolltraining bringen hier oft ausgezeichnete Ergebnisse.

Doch meistens handelt es sich bei hoher Erregbarkeit eben nicht um eine Krankheit. Häufig ist sie ein hausgemachtes Problem, weil wir Menschen oft schon beim Welpen ein nervöses und forderndes Verhalten bestärken. Dies geschieht zum Beispiel durch Zuwendung, wenn der Welpe fiept oder bellt oder indem wir ihm einfach immer ganz schnell das geben, was er gerne hätte. So lernt jeder Hund – selbst der gesündeste und ruhigste, dass er nicht warten braucht und dass er sich nur schlimm genug benehmen muss, um etwas zu bekommen. Hunde mit einem ohnehin schwachen Nervenkostüm werden durch diese schnellen Erfolge, etwas zu bekommen oder machen zu dürfen, in ihrer Erwartungshaltung ständig bestärkt und steigern sich auf diese Weise unbewusst immer mehr in einen Zustand übersteigerter Erregung hinein.

Die Lösung ist – wie so oft – ein systematisches Impulskontrolltraining einerseits und einige Veränderungen im Alltag andererseits.

Hier sind einige Tipps:

  • Ignorieren Sie Ihren Hund, wenn er Sie zu irgendetwas auffordert.
  • Sobald Ihr Hund winselt, fiept oder bellt – womöglich noch mit einem nervösen Zittern – bekommt er auf keinen Fall das, was er gerne hätte.
  • Solange Ihr Hund winselt, fiept, bellt oder vor Aufregung zittert, darf er auch nicht aus dem Haus treten, aus dem Auto springen oder zu anderen Hunden laufen.
  • Belohnen Sie Ihren Hund sofort, indem er das Gewünschte bekommt, sobald er ein ruhiges Verhalten zeigt. Lassen Sie ihn dann z. B. sofort von der Leine oder mit einem „Hopp“ aus dem Auto springen.
  • Dieses ruhige Verhalten belohnen Sie nach einigen Wiederholungen immer ein paar Sekunden später, damit Ihr Hund lernt, nicht nur ruhig zu werden, sondern auch ruhig zu bleiben.
  • Zieht Ihr Hund in stressigen Situationen an der Leine, schießt er in die Leine hinein, springt er wie verrückt hin- und her und bellt? Dann sollten Sie sofort stehen bleiben, die Leine auf den Boden fallen lassen und sich darauf stellen. Es dauert nicht lange, dann hat Ihr Hund sich beruhigt. Weil Sie die Leine nicht mehr hin- und her bewegen, bekommt Ihr Hund keine Reaktion mehr auf sein drängendes Verhalten. Zudem machen Sie den Armen durch ein eventuelles – wenn auch unbeabsichtigtes - Rucken an der Leine nicht noch verrückter.
  • Trainieren Sie in künstlich hergestellten Situationen, die Erregung abzubauen und sich zu entspannen. Spielen Sie zum Beispiel mit Ihrem Hund mit seinem Lieblingsspielzeug, bis er  durch Zergeln und Hinterherjagen sehr aufgeregt ist. Dann beenden Sie das Spiel plötzlich und behalten das Spielzeug ein. Sagen Sie ihm ganz ruhig „Sitz“ oder „Platz“. Läuft Ihr Hund nun ganz verrückt hin und her, versucht Ihnen das Spielzeug abzunehmen, bellt und regt sich auf – dann passiert nichts. Wiederholen Sie leise und ruhig „Sitz“ oder „Platz“ und warten Sie ab. Geben Sie Ihrem Hund Zeit. Irgendwann wird er sich hinsetzen, und dann geben Sie ihm langsam das Spielzeug oder spielen Sie weiter mit ihm, anfangs sehr ruhig, dann zunehmend wieder ausgelassener.
  • Trainieren Sie mit Ihrem Hund Blickkontakt. Hierzu halten Sie sich anfangs ein Leckerchen direkt vor die Augen. Wenn Ihr Hund Sie anschaut, bekommt er das Leckerchen. Nach einigen Wiederholungen nehmen Sie in jede Hand ein Leckerchen und strecken beide Arme seitwärts aus. Schaut Ihr Hund Ihnen nun ins Gesicht, bekommt er ein Leckerchen von links oder rechts. So lernt er, dass es der Blickkontakt ist, der ihm das Leckerchen beschert. Hat Ihr Hund dieses verstanden, sagen Sie jedes Mal „Schau“, wenn er Sie anschaut. Auf diese Weise können Sie auch in aufregenden Situationen seine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Zudem lernt Ihr Hund sich zunehmend intensiver auf Sie zu konzentrieren, so dass die Umwelt, die ihn häufig stresst, allmählich an Wichtigkeit verliert.
  • Trainieren Sie intensiv „Sitz“ und „Platz“, also die Positionen, die Ihren Hund sanft dazu „zwingen“ Ruhe zu zeigen. Sehr, sehr wichtig ist hierbei, dass Sie diese Positionen von Anfang an rein positiv und ohne jeglichen Stress trainieren. Das heißt: auf keinen Fall den Hund herunterdrücken (sondern mit Leckerchen oder mit einem Spielzeug locken) mit Auflösekommando arbeiten, ihn nie aus dieser Position abzurufen, sondern immer zu ihm zurückzugehen, um ihm das Aufstehen zu erlauben. Gehen Sie nicht zu schnell vor, formen Sie das Verhalten langsam und systematisch. Trainieren Sie im fortgeschrittenen Stadium auch in aufregenden Situationen, also zum Beispiel in der Stadt oder wenn sich andere Hunde nähern.
Bei all unseren Bemühungen sollten wir jedoch nicht vergessen, dass unsere Hunde durch die Lautstärke und Schnelligkeit unserer Welt häufig überfordert sind, weil sie wesentlich reizempfänglicher sind als wir. Sie sind Bewegungsseher, hören und riechen wesentlich besser als wir. Eine Fülle von Informationen prasselt sekündlich auf sie ein, Informationen, die wir nie wahrnehmen und die uns daher auch nicht belasten, unseren Hund jedoch schon. Mit dem Gedanken an die grandiosen Sinnesleistungen unserer Hunde fällt es Ihnen bestimmt leichter, mit Verständnis und stoischer Ruhe auf einem Waldweg oder in einer Einkaufsstraße auf der Leine zu stehen und abzuwarten, bis sich der lautstarke Anfall Ihres Hundes legt. Denn nun wissen Sie: alles andere würde dieses Verhalten bestärken und Sie im Impulskontrolltraining zurückwerfen.

Viel Erfolg beim Training wünscht Ihnen

Ihre Martina Nau

 

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