Willkommen beim Weblog DogWalker
im August 2012


Liebe Hundefreunde,


mit unseren Hunden gemeinsam unterwegs zu sein – das ist es, was uns schon immer am meisten Spaß gemacht hat. Rund um dieses Thema soll sich alles auf diesen Seiten drehen.

Wir – das sind die DogWalker … die mit dem Hund gehen. Dabei kommt man ganz schön herum, erlebt viel und sieht eine Menge. Davon möchten wir anderen DogWalkern ab sofort regelmäßig berichten. Spannende Geschichten, interessante Begegnungen und hilfreiche Tipps – sie sollen diesen Weblog ausmachen.


Unser Thema im August 2012

Clicker: Fluch oder Segen?

Baak DogWalker


   "Ob mit oder ohne Clicker: Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen".

 

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Clicker: Fluch oder Segen?

Im Wald traf ich vor einigen Tagen eine alte Bekannte. Sie führte einen jungen Hund an der Leine. Wir blieben stehen und begrüßten uns. Klick. Sie erzählt mir, dass ihr neuer Hund eine Hündin und zehn Monate alt war. Klick. Ich sprach die Hündin namens „Anna“ an. Sie wedelte freundlich mit der Rute. Klick. So ging es während der folgenden zehn Minuten. Meine Bekannte klickte jeden Blickkontakt mit Anna, jedes Leinelockern nach dem Leineziehen, jedes Hinsetzen, das aber nie lange währte. Als ich zurück zu meinem Auto ging, fragte ich mich, ob es Anna wohl inzwischen genauso ging wie mir. Ich hörte die Klicks nur noch im Unterbewusstsein und blickte nach jedem Klick, angetrieben durch einen Automatismus, zur Tasche meiner Bekannten. Aus dieser wanderte in schönster Regelmäßigkeit ein Leckerchen in Annas Fang.

In diesem Moment erinnerte ich mich an die Frage eines alten, sehr erfahrenen Hundetrainers:

Was haben Taschenmesser und Clicker gemeinsam?

Die Antwort: Beide können sehr nützlich sein. Aber mit beiden kann man auch Schaden anrichten. Je nachdem wie man sie nutzt.

„Haaaalt!“, werden nun einige Leute rufen. „Mit einem Clicker kann man keinen Schaden anrichten. Der Clicker ist ein rundum tolles, nettes, positives Werkzeug.“

Leider – auch mit einem Clicker kann man einem Hund schaden. Nicht physisch, sondern psychisch. Wer dies nicht glaubt, der muss es auch nicht. Ich habe es gesehen. Mehr als ein Mal. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich mal wieder in die Nesseln setze: Ich bleibe dabei. Ich kenne tatsächlich Hunde, die Verhaltensprobleme nachweislich durch die übertriebene oder falsche Anwendung des Clickers zeigten.

Ich finde den Clicker nützlich und toll und benutze ihn sehr gerne. Aber trotzdem beobachte ich in den letzten Jahren Auswüchse im Gebrauch, die manchem Hund schaden. Und das muss doch nicht sein. Schön ist es auch nicht, wenn der eine oder andere Clicker-Fan glaubt, besser zu sein als der Nachbar, der zwar einen gut erzogenen Hund besitzt, aber keinen Clicker.

Problematisch wird es im Hundetraining immer dann, wenn nahezu die gesamte Erziehung ausschließlich mit dem Clicker erfolgt. Das sieht so aus: Der Hund wird im Alltag ständig für irgendein gutes Verhalten geclickt und es wird im Training viel (oder in Extremfällen sogar alles) durch das freie Formen von Verhaltensweisen (Freeshaping) erarbeitet. Schnell verfallen Hundehalter in einen sehr neutralen Umgang mit dem Hund, wenn sie sich dafür entschieden haben, nahezu alles mit dem Clicker zu trainieren.

Der Vorteil des Clickers, nämlich neutral zu klingen, wird damit im Handumdrehen zu einem gravierenden Nachteil, nämlich unpersönlich zu werden. Ich kenne Hundebesitzer, die sich eine persönliche Kommunikation mit ihrem Hund beinahe abgewöhnt haben – und darunter leiden Hunde sehr. Oft fehlt es solchen Hunden an Vertrauen in ihren wichtigsten Sozialpartner … in ihren Menschen. Dazu kommt, dass für die Hunde, die nahezu ausschließlich mit dem Clicker erzogen werden, dieser so sehr in den Mittelpunkt rückt, dass sie nahezu alle anderen Außenreize als störend empfinden. Ihre Menschen merken nicht, dass ihr Hund herum hibbelt und ständig clicker-würdiges Verhalten abspult – was dann auch fast immer mit einem Click belohnt wird. So entwickelt sich Suchtverhalten. Clicker-Junkie statt Ball-Junkie.

Die zweite traurige Wahrheit ist, dass es immer wieder Hundehalter gibt, die sich nicht ausreichend mit dieser Trainingsmethode befassen und auch Trainer, die Hundehaltern mangelhaft den Umgang mit dem Clicker als sekundären Bestärker erklären. Wenn es an Basiswissen über Verstärker, Timing und dem richtigen Vorausplanen fehlt, dann nehmen unsere Hunde Schaden. Ich denke, dass man nicht lange nachdenken muss, um selbst festzustellen, dass der Klick in der falschen Sekunde unserem Hund das Falsche (oder auch gar nichts) beibringt und zu große oder zu kleine Schritte im Freeshaping frustrieren.

Nicht jeder, der einen Clicker benutzt, trainiert seinen Hund artgerecht und gut und positiv. Nur wer ihn richtig benutzt und darüber hinaus nicht vergisst, dass mit ihm ein hochsoziales Lebewesen und keine Eingabe-Ausgabe-Maschine das Leben teilt, der nutzt seinen Clicker fair. Eine Konditionierung mit Hilfe des Clickers darf keine soziale Erziehung ersetzen. Wir sollten ihn nutzen wie wir unsere Taschenmesser nutzen: mit Verstand und Verständnis.

Trotzdem kann ich jedem, der noch nie mit einem Clicker gearbeitet hat, diesen wärmstens ans Herz legen, denn oft bietet er – richtig angewandt – völlig neue Chancen im Hundetraining und einen spannenden Weg, den wir mit unseren Hunden gemeinsam gehen können.

Ich hoffe, dass ich all denen, die ihren Hund noch nie mit dem Clicker trainiert haben,
Mut gemacht habe, es doch mal zu versuchen. Und ich hoffe, dass ich all denen, die den Clicker zu viel und ihre Persönlichkeit vielleicht bisher zu wenig genutzt haben, den Clicker des öfteren mal einfach zu Hause zu lassen.

Viele Grüße

Ihre Martina Nau

 

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