Willkommen beim Weblog DogWalker
im Juli 2017


Liebe Hundefreunde,


mit unseren Hunden gemeinsam unterwegs zu sein – das ist es, was uns schon immer am meisten Spaß gemacht hat. Rund um dieses Thema soll sich alles auf diesen Seiten drehen.

Wir – das sind die DogWalker … die mit dem Hund gehen. Dabei kommt man ganz schön herum, erlebt viel und sieht eine Menge. Davon möchten wir anderen DogWalkern ab sofort regelmäßig berichten. Spannende Geschichten, interessante Begegnungen und hilfreiche Tipps – sie sollen diesen Weblog ausmachen.


Unser Thema im Juli 2017

Baak DogWalker

Die Roll- oder Flexileine

 

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Können Millionen Hundehalter irren? Sollte nicht jeder eine besitzen? Ich finde: nein.

Dabei sind Rollleinen mit Automatikfunktion eigentlich eine praktische Erfindung. Die Vorteile sind offensichtlich: Der Hund kann sich frei bewegen, wann und wohin er möchte. Man bekommt keine schmutzigen Hände. Das ständige Einholen und Ausgeben der Leine entfällt und somit müssen wir weniger nachdenken. Mit diesen Gedanken kauft sich ein jeder diese Leine.

Und dann kommt die praktische Umsetzung: Wenn der Hund nicht mehr weiter gehen soll (weil ein anderer Hund kommt), kann man sich den Rückruf sparen (denn wahrscheinlich hört er sowieso nicht) und man drückt einfach den Stop-Knopf. Wenn der Hund dauerhaft oder ruckartig zieht, tut es nicht so weh an Hand und Arm, denn die Rollleine liegt besser in der Hand als eine Leine mit Handschlaufe. Möchte der Hund mit einem anderen Hund mal kurz an der Leine spielen (weil er sonst weg wäre, wenn man ihn ableint), kann man die Hunde mit der Rollleine bequemer wieder entwirren.

Wahrscheinlich haben Sie schon bemerkt, dass die letzten drei Beispiele ironisch gemeint sind - zumindest von mir. Leider sind das genau die Argumente, die ich immer wieder höre, wenn Hundebesitzer diese Leinen benutzen. Und man sieht es im Alltag, dass sie genauso gebraucht werden. Darum möchte ich jetzt gerne die negativen Seiten eines exzessiven Rollleinengebrauchs erwähnen, mit denen sich die Hunde (und wir Hundetrainer uns) oft herumschlagen.

Welche Probleme sich durch falschen Gebrauch der Rollleine ergeben, liegen auf der Hand. Um voran zu kommen, müssen unsere Hunde gegen einen (leichten) Widerstand am Hals nach vorne ziehen. Wenn sie dies lange genug machen, gewöhnen sie es sich an und ziehen auch an der kurzen Leine oder dann, wenn die Rollleine kurz eingestellt ist. Wir haben hier in den Kursen die schönsten Beispiele für sehr leinenführige Hunde, die sich das Ziehen tatsächlich schnell angewöhnten, wenn die Besitzer zur Rollleine wechselten. Wer es nicht glaubt, der soll es versuchen.

Durch das permanente Stemmen gegen einen Widerstand neigen viele Hunde nach einer gewissen Zeit zudem dazu, auch dann voran zu eilen, wenn sie abgeleint werden. Dies ist auch ein motorischer Vorgang, der - als Automatismus einmal angewöhnt - weg trainiert werden sollte. Der Rückruf wird hierdurch ganz sicher nicht besser. Diese Probleme entstehen natürlich um so schneller, wenn ein Hund vor dem Gebrauch der Flexileine nicht leinenführig und schlecht rückrufbar war.

Kleine und leichte Hunde mag man mit dieser Leine noch führen können, aber bei mittelschweren und schweren Hunden kann dies sehr gefährlich werden, wenn sie impulsiv nach vorne schießen oder einen Dauerzug ausüben. Mehr als ein Mal habe ich schon Hunde plötzlich vom Bürgersteig auf die Straße rennen sehen, ehe ihr Mensch den Stopp setzen konnte. Einer meiner Kunden hat genauso seinen Hund verloren. Der Hund ist überfahren worden.

Ein häufiges Problem etabliert sich zu allem Unglück in der Psyche unserer Hunde, wenn sie nicht gut erzogen, sozialisiert oder einfach stressanfällig UND ständig an der Rollleine unterwegs sind. Die meisten Hundebesitzer nutzen die Leine als "Fernbedienung" und setzen den Stopp ohne Ankündigung immer dann, wenn sie es möchten oder für wichtig halten. So weiß der Hund nie, wann seine Freiheit ein Ende hat oder er im Vorwärtsdrang gestoppt wird. Dies ist nicht nur nicht nett dem eigenen Hund gegenüber. Es erzeugt bei ihm auch viel Frust. Diesen reagieren Hunde gerne durch Knurren oder Schlimmeres abreagieren. Meistens trifft es den entgegenkommenden Hund, manchmal auch den entgegenkommenden Spaziergänger und ab und zu sogar den eigenen Menschen. Dies ist, was wir allgemein "Leinenaggression" nennen. Sie ist häufig nichts anderes als aufgestaute Frustration. Dabei könnte man dem Hund einfach ein Vorwarnsignal beibringen oder ihn rufen statt unangekündigt den Stopp zu drücken. Das würde schon vieles verbessern. Es macht nur leider kaum jemand.

Mein persönliches Fazit: Generell finde ich Rollleinen sehr praktisch und empfehlenswert, wenn man sie ausnahmsweise hier und da (bei Läufigkeit, Krankheit, im Urlaub oder an gefährlichen Stellen auf Wanderungen mit dem Hund) anwendet. Dann sollte der Hund aber gut erzogen sein, leinenführig und auf Zuruf zurückkommen. Mit einem gefestigten Hund wird es so sicherlich keine Probleme geben. Es würde mich sehr freuen, wenn möglichst viele Hundebesitzer zur gleichen Schlussfolgerung kämen und damit sich, ihrem Hund und ihren Mitmenschen einen großen Gefallen täten.

Herzliche Grüße und schöne Urlaubswochen wünscht Ihnen

Ihre Martina Nau

 

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2017


Beschäftigung wenns drinnen schöner ist als draußen (Oktober 2017)

Über die Intelligenz unserer Hunde (August 2017)

Die Roll- oder Flexileine (Juli 2017)

Chihuahua (Juni 2017)

Gehorsamkeit kommt auf leisen Sohlen (Mai 2017)

Geschwindigkeiten (April 2017)

Kleine und große Missgeschicke: Die Stubenreinheit (März 2017)

Hunde dieser Welt: Der Irish Wolfhound (Februar 2017)

Der Leinen-Wahn-Sinn (Januar 2017)


2016


Typisch Junghund: stets gut gelaunt (Dezember 2016)

Über Beschäftigungswahn und Faulenzertum (November 2016)

Ein Südländer soll es sein (Oktober 2016)

Bettelstudenten am Tisch (September 2016)

Der Korea Jindo Dog (August 2016)

Was Ihr Welpe kennenlernen sollte (Juli 2016)

Eine Lanze für die Pfeife (Juni 2016)

Der 6. Sinn unserer Hunde (Mai 2016)

Wie Hunde jagen (April 2016)

Der etwas andere Hindernis-Parcours (März 2016)

Hunde dieser Welt: Der Otterhound (Februar 2016)

Hatten Sie schon mal No-Gos? (Januar 2016)


2015


Unsere Rezepte gegen Langeweile (Dezember 2015)

Manchmal kommt er später (November 2015)

Hunde dieser Welt: Der Louisiana Catahoula Leopard Dog (Oktober 2015)

Sport und Spaß für Hund und Mensch: Rally Obedience (September 2015)

Die "Kunterbunte Hunderunde" (August 2015)

Wer hüten will, braucht einen Hütehund ... (Juli 2015)

Schlecht geprägt hält lebenslang (Juni 2015)

Bleib dort hinten und setz dich hin (Mai 2015)

Befindlichkeiten (April 2015)

Das Haustürproblem (März 2015)

Hunde dieser Welt: Lundehunde (Februar 2015)

Höflichkeit ist eine Zier ... (Januar 2015)


2014


Oh ja, mein Maulkorb! (Dezember 2014)

Der Impfpass (November 2014)

Hunde erziehen perfekte Hunde (Oktober 2014)

Die Freiverlorensuche (September 2014)

Hunde dieser Welt: Löffelhunde (August 2014)

Ein Hund soll es sein (Juli 2014)

Spaziergänge mit jungen Hunden (Juni 2014)

Hunde dieser Welt: Laika (Mai 2014)

Frühling lässt sein blaues Band … (April 2014)

Hunde dieser Welt: Streuner und Straßenhunde (März 2014)

Hunde-Besitzer-Typen (Februar 2014)

Teamarbeit macht Spaß (Januar 2014)


2013


Hunderassen verstehen – leicht gemacht (Dezember 2013)

Herbstspaziergänge (November 2013)

Wau! Mein Haus, meine Straße, mein Park! (Oktober 2013)

Das Handtarget (September 2013)

Hunde dieser Welt: Azawakh (August 2013)

Warum eigentlich Welpen(spiel)stunden? (Juli 2013)

Hund und gesund (Juni 2013)

Hunde dieser Welt: Dingos (Mai 2013)

Hunde dieser Welt: Pemba (April 2013)

Was unsere Hunde fühlen (März 2013)

Hund ist was er isst (Februar 2013)

Gedanken zum Antijagdtraining (Januar 2013)


2012


Noch mehr Jägerwissen für Nichtjäger (Dezember 2012)

Jägerwissen für Nichtjäger (November 2012)

Schleppen für Schleppenprofis (Oktober 2012)

Die Würstchenschleppe (September 2012)

Clicker: Fluch oder Segen? (August 2012)

Mit dem Auto unterwegs (Juli 2012)

Aggressiv – und nun? (Juni 2012)

Was Hündchen schon lernt … (Mai 2012)

Hund und Recht – Teil 2 (April 2012)

Hund und Recht – Teil 1 (März 2012)

Persönlichkeit & Leckerchen (Februar 2012)

Der spielt doch nur! (Januar 2012)


2011


Hauptberuf: Nur-Familienhund (Dezember 2011)

Tipps und Tricks für Schnüffelnasen (November 2011)

Ist das ein Rüde oder eine Hündin? (Oktober 2011)

Flöhe, Zecken, Parasiten (September 2011)

Früher und heute (August 2011)

Achtung giftig! (Juli 2011)

Manchmal ein Rätsel: Warum fühlt sich der Hund bedroht? (Juni 2011)

Zahlen – Daten – Fakten: Hätten Sie’s gewusst? (Mai 2011)

Wie gewöhne ich meinen Hund ans Alleinebleiben? (April 2011)

Sevens schöne bunte Welt (März 2011)

Hundespiele für schlechtes Wetter (Februar 2011)

Leinentraining mit Spaßfaktor (Januar 2011)


2010


Auf jedes Töpfchen … (Dezember 2010)

Apportieren macht Spaß! (November 2010)

Gutes Training … braver Hund! – Teil 2 (Oktober 2010)

Gutes Training … braver Hund! – Teil 1 (September 2010)

Hunde in der Pubertät: Sensibel und wild (August 2010)

Spiel doch mal! (Juli 2010)

Helfer auf vier Beinen (Juni 2010)

Die sommerliche Gefahr: Überhitzung (Mai 2010)

Kinder und Hunde (April 2010)

Schnüffeln erlaubt! (März 2010)

Hundebegegnungen – Wie verhalte ich mich richtig? (Februar 2010)

Durchgeknallt: Wenn die Hundenerven blank liegen (Januar 2010)


2009


Sivesterangst (Dezember 2009)

Lassie ist schuld! (November 2009)

Was sieht, hört und riecht er eigentlich? (Oktober 2009)

Die drei Charaktere (September 2009)

"Graue Schnauzen" - Interview mit Doro Dahl (August 2009)

Warum jagt mein Hund eigentlich? Teil 2: Der persönliche Jagdtypentest (Juli 2009)

Warum jagt mein Hund eigentlich? Teil 1: Die Jagdtypen (Juni 2009)

Spaß und Spiel auf allen Wegen (Mai 2009)