Willkommen beim Weblog DogWalker
im Januar 2017


Liebe Hundefreunde,


mit unseren Hunden gemeinsam unterwegs zu sein – das ist es, was uns schon immer am meisten Spaß gemacht hat. Rund um dieses Thema soll sich alles auf diesen Seiten drehen.

Wir – das sind die DogWalker … die mit dem Hund gehen. Dabei kommt man ganz schön herum, erlebt viel und sieht eine Menge. Davon möchten wir anderen DogWalkern ab sofort regelmäßig berichten. Spannende Geschichten, interessante Begegnungen und hilfreiche Tipps – sie sollen diesen Weblog ausmachen.


Unser Thema im Januar 2017

Baak DogWalker


  "Der Leinen-Wahn-Sinn"

Der Leinen-Wahn-Sinn

 

Weblog-Newsletter abonnieren

 

Lange und häufige Spaziergänge zu Weihnachten und zwischen den Feiertagen liegen hinter unseren Hunden und uns. Zudem waren wir in der Stadt, hatten Hundebesuch und waren selbst Hundebesuch. Ich kann nur sagen: schön war's. Wir hatten viel Spaß, haben nette Leute und neue Hunde kennen gelernt. Aber einmal mehr ist mir wieder bewusst geworden, wie viele Hunde entweder großen Stress mit ihrer Leine haben oder unglaublich dauerhaft daran ziehen oder sich unmöglich aggressiv daran benehmen.

 

Alle drei Beobachtungen möchte ich jetzt und hier mal auseinander ziehen: dass ein Hund Stress an der Leine hat, weil er sich nicht so bewegen kann, wie er möchte, verstehe ich noch. Dass er unglaublich ausdauernd und vor allem ständig ruckartig zieht, weil es ihm nicht schnell genug geht, habe ich selbst auch bei unseren Hunden erlebt und ich weiß, dass man daran arbeiten kann, dass es aber auch ein wenig Zeit und Ruhe dazu braucht. Dass es aber Hunde gibt, die sich ständig sehr aggressiv an der Leine benehmen und die Besitzer es entweder falsch interpretieren und/oder widerspruchslos hinnehmen - dafür habe ich kein Verständnis!

 

Erst gestern erklärte mir eine Dame mit einem knurrenden, bellenden und ständig an der Leine ruckenden Hund, dass die Leine ihren Hund aggressiv machen würde. Darum würde sie ihn jetzt lieber ableinen, damit er mit meinem Hund spielen könnte. Nein! Beides nicht! Ich will nicht, dass sie ihren Hund in diesem Zustand ableint. Und nicht Leinen machen Hunde aggressiv, sondern eine falsche Erziehung und vor allem eine unglückliche Handhabung. Ich vergleiche angeleinte Hunde gerne mit Kindern, die man an der Hand führt. Warum sollten die aggressiver sein als Kinder, die man nicht an der Hand führt? Haben Sie schon mal ein Kind gesehen, das immer austickt und aggressiv um sich schlägt, sobald es ein anderes Kind sieht - weil es an der Hand der Mutter läuft?? Bei Hunden hat man für ein solches Verhalten dagegen immer eine passende Ausrede parat.

 

Um diesem Leinenwahnsinn endlich ein (relativ schnelles) Ende zu bereiten, braucht es je nach Hundetyp ein passendes Gesamtkonzept und das würde hier zu weit führen. Aber es gibt einige allgemeingültige Tipps, die jedem helfen, der diese Probleme vermeiden möchte und manchem eventuell sogar, sie ohne Gesamtkonzept zu beheben.

 

Zunächst einmal haben wir eine ganz einfache Regel: kurze Gänge - kurze Leine, lange Gänge - lange Leine. Alles andere ist unfair dem Hund gegenüber. Die meisten untrainierten und jungen Hunde können es einfach nicht leisten, lange (Spazier)Gänge an einer ein oder zwei Meter kurzen Leine zu machen. Eine Schleppleine von 5-7 Metern für Spaziergänge und für Hunde, die nicht abgeleint werden können, ist fair. Ansonsten hat ein Hund doch nichts von einem Gang durch die verlockende Natur. So kann man schon mal den ersten Stress vermeiden. Bei uns dürfen unsere Hunde an der langen Leine alles, was sie auch ohne Leine dürfen: sie haben Freizeit. An der kurzen Leine sollen sie sich gut benehmen. An ihr sind Buddeln, Markieren, Ziehen, Äste aufnehmen usw. nicht erlaubt.

 

Machen Sie ab sofort einen Unterschied zwischen korrektem Fußlaufen und einer lockeren Leinenführigkeit. Beides muss in allen Lebens- und Laufsituationen trainiert werden. Beim korrekten Fußlaufen soll der Hund an kurzer (!) Leine direkt neben Ihnen laufen und nichts (!) anderes machen. Gar nichts anderes. Das kann er anfangs nur wenige Schritte, bei fortgeschrittenem Training klappt's immer länger. Sagen Sie Ihrem Hund deutlich mit einem Signalwort (z. B. "Fuß"), wann er damit beginnen soll und wann er wieder in die normale Leinenführigkeit wechseln darf (z. B. "Okay"). So können Sie ihn durch schwierige Situationen führen und er lernt, was er in diesen Sekunden machen soll: nämlich nichts, außer "Fuß" laufen. Geben wir dieses Signalwort nicht, darf er an lockerer kurzer Leine laufen und auch hier und da im Vorbeigehen schnüffeln. Laufen Sie aber trotzdem zügig weiter und passen Sie sich nicht Ihrem Hund an. Gehen Sie Ihren Weg, wie Sie ihn möchten! Das Ganze bisher Beschriebene versteht sich für die kurze Leine und kurze Gänge.

 

Die nächste Regel: an der kurzen Leine gibt es bei uns keinen Hundekontakt. Wenn ein Hund die Erwartungshaltung hat, dass er sowieso nicht zu dem anderen Hund darf, dass er ihn nicht abchecken oder mit ihm toben oder herumprollen darf, dann wird es ihm natürlich leicht fallen, an anderen Hunden widerspruchslos vorbei zu gehen. Das ist eine ganz einfache Regel und gehört eigentlich zur normalen sozialen Erziehung eines gesellschaftsfähigen Hundes. Wenn mein Hund Hundekontakt braucht, dann kann ich ihm diesen in so vielen anderen Situationen geben - warum also an der kurzen Leine und warum muss er jeden Hund beschnüffeln, abchecken, seine Nase in dessen Hinter stecken? Viele Hunde hassen das.

 

Und zu guter Letzt: die Flexileine! Sie ist sehr oft - leider öfter als wir Menschen denken - die Ursache allen Übels. Wenn Sie einen Leinenproll haben, dann lassen Sie diese am besten sofort und immer weg! Sie erleichtern Ihrem Hund damit das Leben und die Hundebegegnungen um ein Vielfaches. Warum das so ist, darüber könnte man vielleicht den nächsten Weblog schreiben.

 

Es würde mich freuen, wenn ich jetzt dem einen oder anderen Menschen den Mut gemacht habe, an einem eventuell bestehenden "Leinenproblem" zu arbeiten. Glauben Sie mir, nicht nur wir Menschen haben damit Probleme, sondern ganz sicherlich erst recht unsere Hunde. Vielleicht blättern Sie noch mal einige Weblogs zurück. Dort gibt es einen Artikel "Leinentraining mit Spaßfaktor". Ganz bestimmt sind diese Gedanken hier und die Tipps dort ein guter Anfang für ein besseres Leben mit langer und kurzer Leine. Denn Leinen machen Sinn. Wenn wir es schaffen, unserem Hund dies zu vermitteln, dann wird auch er bald keine Probleme mehr damit haben.

 

Wir alle wünschen Ihnen guten Start ins neue Jahr 2017!

Ihre Martina Nau

 

Melden Sie sich am besten für unseren Weblog-Newsletter an, denn dann bekommen Sie automatisch jeden Monat die neuen Tipps für Hundebesitzer von Martina Nau.